von: Stephan Herentrey (Tender DONAU) | 09.04.2006 3561 x gelesen

Deutsch-tunesische Übungen vor Bizerte

Im Jahr 2005 verkaufte die Deutsche Marine die Schnellboote der Klasse 143 an Tunesien. Nun war es den deutschen Schnellbootfahren noch einmal möglich, auf ihren alten Booten zu fahren. Der Autor fuhr für drei Tage auf dem Ex-GEIER zur See und berichtet:

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"Sallahm aleikum", so lautete die Begrüßung auf dem tunesischen Schnellboot S 507 HIMILCON, dem ehemaligen Schnellboot S 63 GEIER der Deutschen Marine. Einige deutsche Offiziere wurden für drei Tage auf den tunesischen Booten eingeschifft. Sie sollten die geplanten Manöver vor der afrikanischen Küste aus tunesischer Sicht erleben.

"I need speed", ich brauche Geschwindigkeit, so der Kommandant der HIMILCON, Zorgati Hosni, nachdem er sich bei seinem Schiffstechnikoffizier versichert hatte, dass seine Dieselmaschinen startklar sind. Die folgenden beiden Tage waren von unterschiedlichsten gemeinsamen Manövern der deutschen und der tunesischen Schnellboote geprägt - Morseübungen, Formationsfahren, Sprechfunkübungen und Konvoioperationen. Der gemeinsame Geist war zu spüren, denn Schnellbootfahrer sind immer noch auf der ganzen Welt Menschen gleichen Schlages. Die tunesische Marine ist den Deutschen für die Schnellboote, die technische Hilfe und für die gemeinsamen Manöver dankbar.

Auf den Booten wurden mit Absicht deutsche Beschriftungen, deutsche Bilder und sogar der große Stoffgeier im Steuerstand der HIMILCON nicht entfernt. "Wir wollen die Erinnerung, dass die Boote lange Zeit unter deutscher Flagge fuhren, bewahren", so der Kommandant Zorgati Hosni. Die Zeit vor und nach den Übungen war von langen Gesprächen und tunesischen Spezialitäten, wie Fatma Fingers und Couscous geprägt. Als Mitteleuropäer kommt man dabei schnell ins Schwitzen. Die Schärfe der Speisen ist ungewohnt. In Tunesien sollte man immer erst fragen, ob eine Mahlzeit very spicy - sehr scharf - ist.

Zum Abschluss der gemeinsamen Manöver am 8. April, gingen alle Schnellboote an den Tender DONAU längsseits. Die Verabschiedung war herzlich und die Hoffnung auf ein mögliches Wiedersehen mit der tunesischen und deutschen Schnellbootfamilie im nächsten Jahr groß. Was bleibt, ist sich für die Gastfreundschaft an Bord der HIMILCON zu bedanken und auf Wiedersehen zu sagen: "Aleikum Sallahm!"

Am darauf folgenden Tag lief der Verband im tunesischen Sousse ein und verbringt dort die nächsten zwei Tage. Nächste Ziel ist die Mittelmeerinsel Malta. Dort werden die Besatzungen die Osterfeiertage verbringen.



Quelle: Bundeswehr / Presse und Informationszentrum Marine


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