Geschwader

Wappen Geschichte des 2. Schnellbootgeschwaders:

Am 1. Juni 1958 wurde das 2. Schnellbootgeschwader mit Befehl Nr. 80 der Marine in Wilhelmshaven aufgestellt. Drei Monate später, am 03.09.1958, lief Seeadler als erstes Boot des Geschwaders in seinen Heimathafen ein. In rascher Folge wurden neun weitere Boote in Dienst gestellt, und mit dem Zulauf des Bootes Kormoran war die Aufstellung des 2. Schnellbootgeschwaders dann im November 1959 abgeschlossen.

Als Typ "55" bei der Lürssen-Werft in Bremen sowie bei der Kröger-Werft in Rendsburg gebaut, wurden bei diesen Booten die Kriegserfahrungen berücksichtigt, Sie waren jedoch im Unterschied zu den Kriegskonstruktionen wesentlich stärker bewaffnet. Insbesondere bei der Torpedobewaffnung und der größeren Standfestigkeit infolge gesteigerter Bootsgröße sowie bei der Ausrüstung mit Radar waren wesentliche Fortschritte in der Einsatzfähigkeit zu verzeichnen. Hinzu kommt noch, daß erstmals ein vierter Antriebsdiesel eingebaut werden konnte. Im April 1962 stieß Tender Elbe als vorläufig letzte Einheit zum 2. Schnellbootgeschwader. Als zweiter Tender wurde am 18.02.1970 die Donau in Dienst gestellt. In den folgenden Jahren nahmen das 2. S-Boot-Geschwader wie auch die übrigen S-Boot-Geschwader an zahlreichen nationalen und internationalen Übungen, bzw. Manövern innerhalb des zugewiesenen Einsatzgebietes teil.

Mit der Fertigstellung des neuen Marinestützpunktes Olpenitz an der Ostsee verlegte das 2. Schnellbootgeschwader am 01.11.1970 von Wilhelmshaven in seinen neuen Heimathafen. Damit waren alle vier S-Boot-Geschwader der Marine direkt an ihrem Einsatzgebiet stationiert. Hierbei wurde die bisherige Tradition, Ostseegeschwadern ungerade und Nordseegeschwadern gerade Nummern zu geben, beim 2. Schnellbootgeschwader erstmals durchbrochen, denn es behielt seine gerade Nummer.

Die Boote der Typ-Klasse 141 waren zwar als Neubauten in Dienst gestellt worden, durch die rasante waffentechnische Entwicklung jedoch schon bald nicht mehr auf dem neuesten Stand. Bereits ab Beginn der sechziger Jahre befanden sich Nachfolgeboote in der Entwicklung. Der Bau von zehn S-Booten der neuen Klasse vom Typ 143 wurde dann im Jahre 1968 genehmigt. Am 22.10.1973 lief als erstes Boot der neuen Klasse S 61 vom Stapel. Bis S 62 als erste Einheit in Dienst gestellt werden konnte, vergingen jedoch noch 2 1/2 Jahre. Als letztes Boot wurde S 69 am 23.12.1977 in Dienst gestellt. Damit war die Umrüstung auf die neuen Boote komplett abgeschlossen. Diese Einheiten wurden zunächst mit Nummern, S 61-S 70 bezeichnet.

Auf Wunsch der Truppe wurden im Dezember 1981 jedoch die alten Namen wieder eingeführt. Seitdem tragen die Boote eine Kombination aus Nummer und Name, wie z. B. S 61 Albatros. Mit dieser Entscheidung ist auch optisch die Fortführung der Tradition der zuvor von den Booten der Typ-Klasse 141 geführten Namen erkennbar.

Mit der Umrüstung auf die Typ-Klasse 143 begann für das 2. Schnellbootgeschwader eine neue Ära. Erstmals wurde auf Schnellbooten die moderne Datenverarbeitung zur Grundlage von Führung und Waffeneinsatz gemacht. Aber nicht nur das Führungssystem zeichnete die neuen Boote aus. Beachtlich war vor allem die doppelt so große Tonnage (390 ts gegenüber 195 ts der Klasse 141) und die damit verbundene erhöhte Seefähigkeit und -ausdauer sowie die umfangreiche Bewaffnung, bestehend aus vier Seezielflugkörpern MM 38 EXOCET 2, drahtgelenkten Torpedos und zwei vollautomatischen OTO-Melara-Geschütztürmen zu 76mm.

Besonderes Merkmal der neuen Ausrüstung war jedoch das automatisierte Gefechts- und Informationssystem für Schnellboote (AGIS). AGIS ermöglicht die Integration von Führung und Waffeneinsatz. Jedes einzelne Boot kann automatisch und verzugslos sein Lagebild sowie Zusatzinformationen über ein Datenübertragungssystem (Link) mit anderen Einheiten oder dem Marinehauptquartier austauschen.

Automatische Bedienungsabläufe reduzieren die Reaktionszeit, so dass eine fast verzugslose Bekämpfung erfolgen kann. Waren die Boote der Klasse 141 noch gezwungen, dicht an den Gegner heranzulaufen, um ihre Hauptbewaffnung, die Torpedos, einsetzen zu können, so sind die Einheiten heute in der Lage, gegnerische Überwasserstreitkräfte auf große Entfernungen mit dem Flugkörper MM 38 EXOCET zu bekämpfen. Wegen des Bedrohungsspektrums wurde jedoch nicht auf die inzwischen modernere und effektivere Torpedobewaffnung verzichtet. Insgesamt machte die Kombination von Bewaffnung (Flugkörper, Torpedos sowie eine starke Artillerie) und AGIS die Boote zu äußerst kampfkräftigen Einheiten.

Um die aufwendige Technik auch entsprechend warten und instand setzen zu können, wurde eine eigene Systemunterstützungsgruppe (SUG) geschaffen. Sie besteht aus diversen Spezialisten und führt, gestützt auf den Tender, die Materialerhaltung der Waffen- und Führungsanlagen aller Boote zentral durch. Um den Erfordernissen der neuen Boote und der SUG gerecht zu werden, wurde 1975 der Tender Donau der Typ-Klasse 401 entsprechend umgebaut und diente dem Geschwader bis zur Ablösung durch den Neubau der Typ-Klasse 404 als schwimmende Unterstützungsplattform. Der Tender Elbe wurde am 01.04.1982 dem 7. Schnellbootgeschwader unterstellt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands beschloss die Marineführung, ihre Typ-Geschwader neu zu gliedern. Dies hatte zur Folge, daß die Schnellboote, die bisher in Flensburg, Kiel und Olpenitz stationiert waren, nunmehr Warnemünde als neuen Liegehafen zugewiesen bekamen, wobei jedoch das 3. S-Boot-Geschwader mit den restlichen Booten der Typ-Klasse 148 hiervon nicht mehr betroffen war.

Die beiden modernsten, nämlich das 2. und das 7. S-Boot-Geschwader, wurden nach Fertigstellung der notwendigen Umbaumaßnahmen dorthin verlegt. Für das 2. S-Boot-Geschwader bedeutete dies die zweite Verlegung in östliche Richtung innerhalb seiner Geschichte. Seit September 1994 ist der Marinestützpunkt "Hohe Düne" nun offiziell Typ-Stützpunkt der Schnellboote.

Die zeremonielle Verabschiedung des Geschwaders erfolgte am 16.09.1994 im Beisein des Verteidigungsministers in Olpenitz. Zunächst war der Stab übergesiedelt. Das eigentliche Geschwader mit den Booten folgte dann am 1. November nach. Ungeachtet der Verlegungsplanungen ging der Ausbildungsbetrieb für die Boote wie gewohnt weiter und brachte 1994 sowie 1995 die bisher längsten Ausbildungsreisen für den Verband. Die erste führte vom 18.03.1994 bis 24.06.1994 ins Mittelmeer, wo zusammen mit französischen Flotteneinheiten, ausgehend vom Stützpunkt Toulon, verschiedene Übungen (einschließlich eines Flugkörperschießens) durchgeführt wurden. Etwa zeitgleich wurde dies auch 1995 wiederholt.

Einheiten des 2. Schnellbootgeschwaders:

Klasse 141 (Seeadler-Klasse) Klasse 143 (Albatros-Klasse)
P 6068 Seeadler
P 6069 Albatros
P 6070 Kondor
P 6071 Greif
P 6072 Falke
P 6073 Geier
P 6074 Bussard
P 6075 Habicht
P 6076 Sperber
P 6077 Kormoran
P 6111 S61 Albatros
P 6112 S62 Falke
P 6113 S63 Geier
P 6114 S64 Bussard
P 6115 S65 Sperber
P 6116 S66 Greif
P 6117 S67 Kondor
P 6118 S68 Seeadler
P 6119 S69 Habicht
P 6120 S70 Kormoran
Tender Typ 401: A 61 Elbe Tender Typ 404: A 516 Donau

Aufbau des 2. Schnellbootgeschwaders nach Umstellung:
Klasse 143 (Albatros-Klasse)   Klasse 143A (Gepard-Klasse)
P 6111 S61 Albatros
P 6112 S62 Falke
P 6113 S63 Geier
P 6114 S64 Bussard
P 6115 S65 Sperber

P 6126 S76 Frettchen
P 6127 S77 Dachs
P 6128 S78 Ozelot
P 6129 S79 Wiesel
P 6130 S80 Hyäne


(Quelle: www.marine-web.de)



Geschwaderkommandeure

DGName
Zeitraum
FKpt.Meyering, Gerdt06.1958 – 09.1961
FKpt.Schay, Fritz10.1961 – 09.1964
FKpt.Hoffmann, Carl10.1964 – 03.1965
FKpt.Arendt, Rudolf03.1965 – 10.1967
FKpt.Zeitz, Hans10.1967 – 12.1969
FKpt.Kleve, Helmut12.1969 – 05.1972
FKpt.Tetzlaff, Hans-Georg05.1972 – 12.1974
FKpt.Giermann, F. Ch.12.1974 – 05.1979
FKpt.Jancke, Klaus05.1979 – 03.1981
FKpt.Frank, Hans03.1981 – (1983)
FKpt.Kubalek, R.(1983) – (1986)
FKpt.Boonstoppel, A. R.(1986) – (1987)
FKpt.Feist, R.(1987) – (1990)
FKpt.Hass, H.(1990) – (1991)
FKpt.Seemann, A.(1992) – (1993)
FKpt.Beyer, K.(1994) – (1996)
FKpt.Vollers, A.(1996) – (1998)
FKpt.Buttlar, T. von
(1999) – (2001)
FKpt.Martens, J.(2001) – (2002)
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


(Quelle: www.bundesarchiv.de)


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